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| Finanzmarktkrise zwingt Großanleger zum Umdenken |
News vom: 23.06.2010 |
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| Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise und das weiterhin schwierige Kapitalmarktumfeld nehmen Großanleger zunehmend Abstand von ihrer fixierten strategischen Asset Allocation. Kurzfristig orientierte Strategien und vor allem die taktische Steuerung der Kapitalanlagen gewinnen an Bedeutung. |
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„Viele Investoren können sich eine statisch und langfristig ausgerichtete Steuerung ihrer Portfolios nicht mehr leisten. In den letzten Krisen mussten sie mit diesem Ansatz mehrfach erhebliche Verluste hinnehmen“, erklärt Thomas Bossert, Geschäftsführer von Union Investment Institutional. Investoren suchen nun nach Alternativen.
Aktiv-dynamische Wertsicherungskonzepte im Fokus
In den Fokus rücken verstärkt aktiv-dynamische Wertsicherungskonzepte. Dabei handelt es sich um besondere Absolute Return-Ansätze, die eine Brücke zwischen der Notwendigkeit hoher Renditen und der Erfordernis der Absicherung gegen Verluste schlagen. Dynamische Wertsicherungskonzepte gewährleisten eine kontinuierliche Umschichtung zwischen risikoarmen und risikoreichen Anlagen. Steigt der Wert des angelegten Vermögens, führt dies zu einer stärkeren Berücksichtigung risikobehafteter Vermögensklassen. „So können vorhandene Risikobudgets stets effizient ausgenutzt werden“, sagt Bossert.
Markt für Wertsicherung wächst weiter
Der Markt für Investmentkonzepte, die absolute Ertragsziele verfolgen, ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. So stieg auch das Volumen der entsprechenden Immuno-Fonds bei Union Investment von 59 Millionen Euro im Jahr 1995 auf 21,5 Milliarden Euro per Ende März 2010. Zu den größten Investorengruppen unter den Profianlegern zählen bei diesem Konzept derzeit Banken und Großunternehmen mit 51 Prozent, gefolgt von Verbänden und der öffentlichen Hand mit 29 Prozent sowie Versicherungen mit 13 Prozent.
„Seit diesem Jahr verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage auch aus dem Ausland“, erklärt Bossert. „Insbesondere angelsächsische und skandinavische Investoren interessieren sich nun für das Thema Wertsicherung. Noch vor zwei Jahren konnte man kaum einen Investor in diesen Regionen für solche Strategien begeistern. Die schweren Kapitalmarktkrisen dieses Jahrzehnts haben hier scheinbar zu einem Umdenken geführt.“
Prognose für das eigene Haus
Insgesamt erwartet Bossert einen weiteren Volumenanstieg am Gesamtmarkt. Das verwaltete Vermögen von Union Investment im Bereich der dynamischen Wertsicherungskonzepte (Immuno) sieht er bei 29 Milliarden Euro im Jahr 2014. Für diese positive Einschätzung spricht ein Blick auf die Entwicklung der Immuno-Fonds in den vergangenen 15 Jahren. Denn getrieben wurde deren Volumens- und Mandatsentwicklung in dieser Zeit vor allem durch die verschiedenen Kapitalmarktkrisen. So stieg das Anlagevolumen zum Beispiel im Verlauf der Asien-Krise im Jahr 1998 von 587 Millionen um 87 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.
Auch das Platzen der New Economy-Blase in den Jahren 2000 bis 2002 führte zu einem weiteren signifikanten Anstieg auf 10,5 Milliarden Euro bis Ende 2003. „Im Nachgang zur jüngsten Krise gehen wir daher erneut von Nachfrageimpulsen aus“, so Bossert. Bereits im ersten Quartal des Jahres investierten Anleger netto 1,2 Milliarden Euro (Stand: 31.03.2010) in dynamische Wertsicherungskonzepte.
Effiziente Steuerung der Risikobudgets zentrale Herausforderung
Entscheidend für das verstärkte Interesse an wertgesicherten Konzepten ist für Bossert in erster Linie nicht das veränderte Sicherheitsbedürfnis bei institutionellen Investoren. Dieses sei im Zuge der Krise keinen signifikanten Verwerfungen unterworfen gewesen. Ausschlaggebend seien vielmehr die durch die Finanzkrise zusammengeschrumpften Risikobudgets.
„Diese stellen angesichts des weiterhin anspruchsvollen Kapitalmarktumfeldes gegenwärtig die zentrale Herausforderung für viele Investoren dar“, erläutert Bossert. Denn trotz der zwischenzeitlichen Erholung der Kapitalmärkte sei die Risikotragfähigkeit institutioneller Investoren durch Vermögensverluste und neue regulatorischen Bestimmungen stark eingeschränkt. „Die effizient und auf stabile Zusatzerträge ausgerichtete Steuerung der knappen Risikobudgets ist vor diesem Hintergrund die zentrale Stellschraube für viele Investoren, um ihren langfristigen Verpflichtungen nachzukommen und gleichzeitig den Anforderungen des regulatorischen Umfeldes zu entsprechen“, so Bossert. (ir)
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| Quelle: www.fondsprofessionell.de, 23.06.2010 |
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Quelle: Quartal Flife AG
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